Am Rande sei bemerkt: Es ist nach 22 Uhr, die Windrichtung am Flughafen ist Südwest und Nord, das bedeutet Betriebsrichtung West. Es wurde aber kurz vor 22 Uhr umgestellt auf Betriebsrichtung Ost. Die Windrichtung bietet dafür keinen Grund, wohl aber die sog. Lärmpause für Hessen. Damit die eingehalten wird, wird aus Richtung Osten - und damit über Mainz - eingeflogen.
So kann man der Bevölkerung in Hessen vorgaukeln, die Lärmpausen werden eingehalten.
Aus Mainzer Sicht gönnen wir dem Frankfurter Süden die Ruhe.
Nur: Es ist eine unverschämte Augenwischerei.
Damit die Politk mit sog. Lärmpausen über Hessen glänzen kann, wird der Lärm nach Rheinland-Pfalz verschoben.
Dabei wäre es Aufgabe der Politik dafür zu sorgen, den Fluglärm über dem gesamten Rhein-Main-Gebiet zu minimieren und dem Ausbauwahn des Flughafens eine deutliche Grenze zu setzen.
Aber nein: Ministerpräsident Volker Bouffier schickt seinen grünen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir vor und lässt ihn über Lärmpausen fabulieren, die es faktisch nicht gibt.
Daher kann es für Hessen am 28.10.2018 nur heißen:
Nein zur CDU
Nein zu Volker Bouffier, weil er den Fluglärm über den ihm anvertrauten Bürgern stillschweigend duldet, weil er die Bürger nicht davor schützt.
Wer will schon einen Ministerpräsidenten, der das Ruhebefürfnis von Bürgern mit Füßen tritt, nur damit ein Flughafen sich noch mehr erweitern kann.
Herr Bouffier wohnt übrigens weit weg von der Einflugschneise.
Der Aufruf kann nur lauten: NEIN zu Volker Bouffier!
Im 50-sek-Takt donnern Flieger im Landeanflug auf Frankfurt über einen Großteil der Stadt Mainz und andere Orte im Rhein-Main-Gebiet.
Bei Ostwind (Schönwetterlage) werden wir in Mainz, Flörsheim und anderen Orten 18 Stunden und länger mit Fluglärm vollgedröhnt.
Sie lesen alle richtig – „Vollgedröhnt“, denn es ist kein Spaß, wenn morgens um 5 Uhr Flieger mit 60 oder 70 Dezibel über Ihre Wohnung donnern.
Alle 50 Sek. ein Flieger überm Dach, in 1000 m Höhe und niedriger.
Schlafen, mehr als fünfeinhalb Stunden pro Nacht?
Fehlanzeige in Mainz und andernorts.
Ein Spaziergang draußen, den lauen Sommerabend auf Terrasse oder Balkon genießen, andernorts normal - für uns unmöglich!
Und der Mainzer Stadtrat? Schweigt!
Ist zurzeit kein Thema, heißt es aus Stadtratskreisen.
Kein Wunder, denn viele wohnen in Gonsenheim, Mombach und der Neustadt – in den Stadtteilen, wo (noch) wenig bis kein Fluglärm herrscht.
Wenig (politische) Gegenwehr kommt aus dem Lerchenberger Ortsbeirat.
Dabei wird dieser Stadtteil parallel überflogen, muss den meisten Lärm ertragen.
Kein Schutz für die Bewohner, Fluglärm permanent im Doppelpack, 18 Stunden lang.
Der Frankfurter Flughafen hat Mainz zur Einflugschneise und zum Lärmmoloch gemacht.
Da große Teile der Region überflogen werden, gibt es keine Ausweichmöglichkeiten.
Wir sind dem Lärm schutzlos ausgeliefert.
Mehr als fünf bis fünfeinhalb Stunden Schlaf sind hier – selbst bei geschlossenen Fenstern – nicht mehr möglich!
Das Nachtflugverbot wird sehr häufig großzügig ausgeweitet!
Jeden Montag demonstrieren Fluglärmbetroffene am Flughafen für ihr Recht auf Ruhe und Lebensqualität, dort, wo sie wohnen.
Das Land Hessen handelt regelmäßig gegen die eigene Verfassung, die darin den Schutz der Gesundheit festschreibt.
Doch Flughafenchef Stefan Schulte behauptet: Lärm ist Kopfsache. Er selbst lebt im ruhigen Bad Homburg, unberührt vom Lärm und unbeeindruckt von der Belastung Hunderttausender Menschen, Leistungsträger, Bürger wie Du und ich, frei nach dem Motto: „Wasser predigen, Wein saufen!“
Die Situation ist wie beschrieben - und wir brauchen Hilfe!

